Die gesellschaftliche Wahrnehmung von Menschen mit Behinderung im Nationalsozialismus (in German)
Steiner, Marvin
Synopsis "Die gesellschaftliche Wahrnehmung von Menschen mit Behinderung im Nationalsozialismus (in German)"
Studienarbeit aus dem Jahr 2022 im Fachbereich Geschichte Deutschlands - Nationalsozialismus, Zweiter Weltkrieg, Note: 1,0, Veranstaltung: Differenzkategorie Attraktivität, Sprache: Deutsch, Abstract: Während der 12-jährigen Regierungszeit der Nationalsozialisten wurden über 260.000 Menschen mit Behinderung systematisch ermordet. Es ist gut dokumentiert, dass diese von langer Hand geplanten Morde zwar vertuscht wurden, dies aber keineswegs verhinderte, dass gro e Teile der Bevölkerung darüber Bescheid wussten. Um zu verstehen, wieso die NS-Euthanasie dennoch durchgesetzt werden konnte, soll in dieser Hausarbeit erläutert werden, wie Menschen mit Behinderung im Dritten Reich wahrgenommen wurden. Der fehlende Protest gegen die Euthanasie hängt mit der totalitären Struktur des Naziregimes zusammen, aber die Euthanasie wäre nicht möglich gewesen ohne einen grundlegenden Rückhalt in der Bevölkerung, der sich auch in der Mitwirkung auf partikularer Ebene sowie in der ausschlie lich freiwilligen Mitarbeit von Ärzten ausdrückte. Die Wahrnehmung von Menschen mit Behinderung kann nicht ohne den zeitlichen Kontext und die generelle Ideologie des Nationalsozialismus verstanden werden. Daher wird zunächst ein kurzer Abriss der Situation von Menschen mit Behinderung und des Diskurses über sie in der Weimarer Republik gemacht. Zweifellos stellt die NS-Zeit jedoch einen deutlichen Bruch dar. Daher soll daraufhin beschrieben werden, wie der "Volkskörpers", ein zentraler Begriff in der Ideologie des Nationalsozialismus, als Idee imaginativ hergestellt wurde. Anschlie end wird die Rolle der einzelnen Körper im "Volkskörper" nachvollzogen. Dabei zeigt sich eine Vorstellung, die Menschen mit Behinderung von vornherein ausschlie t. Schlie lich wird anhand von zwei Filmen exemplarisch das in der NS-Propaganda dargestellte Bild des "Erbkranken" als "leidende Existenz" oder "leere Hülse" nachvollzogen. Diese Bilder von einem Leben mit Behinderung werden dann mit der doppelten Argument