Warum wirkt heute alles fragil? Das Buch beleuchtet in der Beschftigung mit Literatur, sthetik und Gesellschaft die Risiken und Reize des Fragilen und erkundet die Semantik der Zerbrechlichkeit.fragil 'Adj.' [lat. fragilis, zu: frangere, Fraktion] (geh.): zerbrechlich, zart.Als Semantik sozialer Selbstbeschreibungen erlebt das 'Fragile' gegenwrtig eine Konjunktur. 'Fragil' ist gleichermaen geeignet, Frieden, Glaube, Schnheit, Ordnung, Leben oder Glck zu beschreiben oder Bndnisse, Beziehungen, Erfolge oder Whrungen zu beurteilen. Moderne Gesellschaften stellen sich und ihre Ordnung mit dieser Semantik als verletzlich, unsicher, erschttert und vergnglich dar. Oft spiegeln sich darin politische oder kulturelle Konflikte, die vermeintliche Selbstverstndlichkeiten infrage stellen.Fragilitt hat zudem eine seltener beachtete, sthetische Komponente. Einerseits fllt unter 'fragil' die sthetik des Feinen, Filigranen oder Zarten, das dem Prosaischem des Alltags gegenbersteht. Andererseits dient das Fragile - in der Literatur oder Performancekunst, im Film oder im Theater - als Ressource sthetischer Verfahren, die auf eine Irritation der Wahrnehmung und auf Formen der Kritik abzielen.Alles, was sich als zerbrechlich, zart, vergnglich oder fein erweist, fordert einen sorgsamen und behutsamen Umgang heraus. Das Fragile muss gepflegt werden - mit philologischer Zuwendung und theoretischer Raffinesse.