Wohlfahrtsverbände in Modernen Wohlfahrtsstaaten: Soziale Dienste in Historisch-Vergleichender Perspektive (in German)
Schmid Josef:
Synopsis "Wohlfahrtsverbände in Modernen Wohlfahrtsstaaten: Soziale Dienste in Historisch-Vergleichender Perspektive (in German)"
Wohlfahrtsverbände sind ein schillerndes Phänomen und bislang wohl stär- ker im bundesdeutschen Alltag durch "Essen auf Rädern" oder "Aufrufen zur Blutspende" als in der Politikwissenschaft präsent. Gleichwohl werden mit der folgenden Arbeit weder praktische noch karitative Ambitionen ver- folgt. Im Gegenteil, das Anliegen ist primär ein politiktheoretisch-verglei- chendes und lä t sich zuspitzen auf die Ausgangsfragen: Warum gibt es in Deutschland Wohlfahrtsverbände und in anderen Ländern nicht? Und wel- che Folgen hat dies für die Struktur und Funktion des jeweiligen Wohl- fahrtsstaates? Die Beschäftigung mit dem Thema Wohlfahrtsverbände geht zurück bis in die Endphase meines Studiums. Nicht, da das Feld der Wohlfahrtsverbände nun über zehn Jahre lang intensiv bearbeitet worden wäre; sowohl die äu e- ren Verhältnisse als auch die eigenen Interessen standen dem entgegen. Was sich in dieser Zeit aber vollzogen hat, war eine Verschiebung der analyti- schen Perspektiven und Gewichte sowie eine Präzisierung der Fragestellung: von der empirischen Organisations- und Korporatismusforschung über die Analyse der Sozialpolitik und parastaatlichen Verwaltung hin zur Theorie und Methodik einer vergleichenden Wohlfahrtsstaats- und Verbändeforschung. In der vorliegende Untersuchung, die im Sommersemester 1995 von der Fakultät fiir Sozialwissenschaft als Habilitationsschrift angenommen worden ist, soll ein vermeintlich peripheres, aber im Grunde jedoch nur vernachläs- sigtes Phänomen wie die Wohlfahrtsverbände mit zentralen Themen des Fachs verbunden werden. Sie beansprucht, einen Beitrag zur Forschung so- wohl über Verbände als auch über Wohlfahrtsstaaten im Vergleich abzuge- ben und durch die Kombination beider Perspektiven eine Forschungslücke ein Stück weit zu schlie en.