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Synagogen, Gemeindehäuser, Denkmale (in German)
Alexandra Klei (Author) · Neofelis · Hardcover
Wenige Architekturen sind in Deutschland so mit Bedeutung aufgeladen wie Synagogen - darunter besonders jene, die in den ersten Jahrzehnten nach dem Holocaust errichtet wurden: Jdische Neubauten dieser Art gelten zumindest in der BRD als Beleg fr eine geleistete 'Wiedergutmachung' fr die systematische Zerstrung jdischen Lebens und jdischer Architektur durch den Nationalsozialismus. Dies verstellt jedoch den Blick darauf, dass jdische Gemeinden noch weit nach 1945 nur ber beschrnkte Mglichkeiten fr Neubauten verfgten, deren Realisierung stets von einem nichtjdischen Umfeld abhngig war.
Davon ausgehend und gesttzt auf vielfltige Archivmaterialien entwirft die Architekturhistorikerin Alexandra Klei eine kritische Perspektive auf die ffentliche (Un-)Sichtbarkeit 'Jdischen Bauens' und gesellschaftliche Bedeutungszuschreibungen sowohl in der BRD als auch der DDR. Die Autorin untersucht hierfr erstmals systematisch die Mglichkeiten und Bedingungen, unter denen die berlebenden und ihre Institutionen Bauaufgaben umsetzen konnten. Rund 35 Fallstudien weisen darauf hin, dass die tatschlich hergestellten Rume jdischer Gegenwart und Erinnerung ebenso wie ihre Sichtbarkeit oder Unsichtbarkeit insgesamt kaum als Ausdruck eines (neuen) jdischen Selbstverstndnisses gedeutet werden knnen, sondern als Resultat des Handlungsspielraums, den nichtjdische Akteure (nicht) einrumten.
Thematisch spannt dieses Grundlagenwerk einen weiten Bogen: von der Frage nach dem Umgang mit erhaltenen Synagogen und Ruinen sowie ihren vormaligen Grundstcken ber die Um- und Weiternutzung bestehender Gebude hin zum Neubau von Synagogen, Gemeindehusern, Altenheimen und Friedhofsbauten. Fr einen Zeitraum von mehr als 40 Jahren beschreibt Klei die Vernderungen, die sich in Bezug auf die Situation der Gemeinden, die Bedrfnisse auf jdischer und auf nichtjdischer Seite und dadurch auch fr die gesellschaftlichen Bedeutungszuschreibungen ergaben. Die Studie ist damit nicht zuletzt ein grundlegender Beitrag zur Geschichtsschreibung jdischer Gemeinden nach dem Holocaust sowohl in der BRD als auch in der DDR.
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